Zur Person

Forschungsschwerpunkte

  • Radikale Demokratietheorie
  • Kosmopolitismus und postmodernes Denken
  • Alteritäts- und Fremdheitstheorien
  • Moderner Kontraktualismus und Republikanismus
  • Politisches Denken und Philosophie bei Hannah Arendt
  • Politische Theorie und Soziologie von Jürgen Habermas

Aktuelles Forschungsprojekt im Rahmen des GRK 1718: Die demokratische Schließung. Alterität zwischen Anwesenheit und Ausschluss (Arbeitstitel)

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Anwesenheit der Anderen im raumzeitlichen Gefüge der liberalen Demokratie: Wie gehen demokratische Systeme und Gesellschaften mit Alterität um? Alterität wid über binäre Relationen zu einem imaginierten ‚Eigenen‘, das einem ‚Fremden‘ gegenübersteht, konstruiert. Das Projekt fokussiert insbesondere auf die Figuren  ‚Flüchtling‘ und ‚Feind‘ . Es geht dabei von der These aus, dass die Zunahme einer demokratischen Schließung zu konstatieren ist, die sich auf drei Ebenen niederschlägt: 1. systemisch (einerseits juridico-politisch, andererseits ökonomisch), 2. soziokulturell und 3. räumlich – restriktive Gesetze zu Asyl und Einbürgerung, Prekarisierung, Nationalismus, Rassismus und Populismus sowie geopolitische Abschottungspraktiken  (Grenzanlangen, Mauern, Zäune, Lager) werden multiperspektivisch zusammengeführt.
Liberale Demokratien manifestieren ihre Ausschlüsse also nicht nur durch restriktive Jurisdiktion, sondern auch innerhalb ökonomischer, soziokultureller und räumlicher Kontexte. Hier (re-)produzieren sich Ein- und Ausschlüsse, die zeitlichen wie auch kognitiven Mustern folgen, an denen sich wiederum Herrschaftsverhältnisse und Machtdiskurse entfalten. Mit einer zeiträumlichen Analyse des Demokratischen untersucht das Projekt daher Ein- und Ausschlussmechanismen auf ihre räumliche Funktionslogik, ihre temporalen Strukturen sowie Wissensformationen. Damit soll eine demokratietheoretische Reflexion angestoßen werden, die eine Kritik an bestehenden Formen liberaler Demokratie(n) mit der Rehabilitierung der Demokratie über eine zeiträumliche Reformulierung des Demokratischen durch eine radikale Hinterfragung seiner zeitgenössischen hegemonialen Erscheinung  verbindet.

Aktuelle Publikationen im Rahmen des Forschungsprojekts „Die demokratische Schließung“:

„Die demokratische Schließung. Zum Verhältnis von Alterität und liberaler Demokratie in juridico-politischen Diskursen, sozialen Performanzen und räumlichen Manifestationen.“ In: Kortendiek, Nele/ Martinez Mateo, Marina (Hg.): Grenze und Demokratie. Ein Spannungsverhältnis. Campus: Frankfurt a.M. 2017, S. 81-113.

„Ökonomien der Un/Sichtbarkeit – Spektakel der Souveränität. Zur Figur des Ausnahmezustands im Angesicht des Anderen.“ In: Lemke, Matthias (Hg.): Ausnahmezustand. Grundlagen – Anwendungen – Perspektiven. VS: Wiesbaden, S. 87-101.

„Grenzverschiebungen. Überschreitung als demokratische Praxis.“ In: Lemke, Matthias/ Förster, Annette (Hg.): Die Grenzen der Demokratie. Gegenwartsdiagnosen zwischen Politik und Recht. VS: Wiesbaden 2017, S. 153-180.

Dissertation:
Politisches Handeln in der postmodernen Konstellation. Kritische Demokratietheorie nach Hannah Arendt und Jürgen Habermas (Nomos, Baden-Baden 2014).

Gebhardt | Politisches Handeln in der postmodernen Konstellation | Cover

In einer Welt perfekt deklinierter Individualität und Anonymität ist die Existenz als Bürger eigentlich verloren. Mit dieser Diagnose beginnt die demokratietheoretische Analyse der Dissertation, die sich im Dialog mit Hannah Arendt und Jürgen Habermas als eine Situationskritik des Politischen versteht.
Der Logik des Diskurses folgend geht die komparative Untersuchung weit über eine werk-chronologische Aufbereitung der beiden politischen Theorien hinaus: Das Aufeinandertreffen von Habermas´ aufklärungsphilosophischem Optimismus und Arendts melancholischer Auseinandersetzung mit der Moderne eröffnet vielmehr die Möglichkeit, die Dynamik zwischen modernem und postmodernem Denken offenzulegen. Dabei bleibt es notwendig, über beides hinaus – ohne Geländer – zu denken.

Curriculum Vitae

Seit September 2017 ist Mareike Gebhardt Postdoc-Stipendiatin der Förderlinie "Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre" FFL (Büro für Gender & Diversity), FAU Erlangen-Nürnberg.

Seit März 2015 ist sie Postdoktorandin des DFG-Graduiertenkollegs 1718 „Präsenz und implizites Wissen“ an der FAU Erlangen-Nürnberg, seit Oktober 2016 hat sie den Status einer assoziierten Postdoc am GRK inne.

Von Oktober 2016 bis August 2017 war Mareike Gebhardt als Koordinatorin des Antrags der Philosophischen Fakultät der FAU im Rahmen der "Exzellenzstrategie des Bundes und Länder" tätig.

Von Oktober 2010 bis März 2015 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Universität Regensburg tätig.

Im Frühjahr 2014 war Mareike Gebhardt Teaching Fellow am Institut für Staatswissenschaft an der Universität Karlstad, Schweden. Dort hat sie ein Doktorand_innenseminar und einen Einführungskurs in die International Relations Theories gehalten. Gefördert wurde der Lehraufenthalt aus Mitteln des ERASMUS-Programms DozentInnenmobilität.

Mareike Gebhardt hat 2013 ihre Promotion zum Thema „Politisches Handeln in der postmodernen Konstellation. Anonymität und Bürgersein nach Hannah Arendt und Jürgen Habermas“ abgeschlossen. Ihre Dissertation ist unter dem Titel „Politisches Handeln in der postmodernen Konstellation. Kritische Demokratietheorie nach Hannah Arendt und Jürgen Habermas“ bei Nomos in der Reihe Zeitgenössische Diskurse des Politischen als Bd. 6 erschienen.

Von April 2010- Februar 2011 war Mareike Gebhardt als Forschungsassistentin im deutsch-israelischen DFG-Projekt „Narrative, Dreams Imagination – Israeli und German Youth Imagine their Future“. Die interdisziplinäre und internationale Kooperation zwischen der Hebräischen Universität Jerusalem, der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und der Universität Regensburg widmete sich den verschiedenen Konzeptionen der Zukunft und des Anderen im deutsch-israelischen Kontext.

Von 2001- 2007 studierte Mareike Gebhardt an den Universitäten Trier, Würzburg und Regensburg Politikwissenschaft, Soziologie und Anglistik/Philosophie mit den Schwerpunkten Politische Theorie und Philosophie der Neuzeit und Moderne sowie Politische Soziologie. Die Magisterarbeit verfasste sie zum Thema „Bürgerliche Gewalt – Kants Widerstandsrecht im Horizont der deliberativen Demokratie“. Ihr Studium hat sie im Jahr 2007 mit dem Magistergrad abgeschlossen.

Mitgliedschaften

  • Bayerisches Promotionskolleg Politische Theorie/Alumna
  • DVPW - Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft, insbesondere: Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte
  • ESA - European Sociological Society
  • WPSA - Western Political Science Association (USA)

Link zum Projekt

Die demokratische Schließung. Alterität zwischen Anwesenheit und Ausschluss

English Version
http://www.praesenz.uni-erlangen.de/en/projekte/alterity-presence-closure-on-postmodern-perspectives-towards-democracy/

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